Was ist bei der Vergabe von Planungsleistungen an Dritte zu beachten?
Was ist bei der Vergabe von Planungsleistungen an Dritte zu beachten?

HDI Daniel Mauss

Das Thema "Honorardurchfluss"

In der Berufspraxis kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Leistungen an Berufskollegen abgegeben werden, bzw. dass ein Ingenieur als Generalplaner auftritt und die Leistungen der Sonderfachingenieure extern vergibt. Spätestens bei der Jahresmeldung zur Berufshaftpflicht tritt die Frage auf, ob der „Honorardurchfluss“ der Vergabe bei der Prämienberechnung angegeben werden muss. In den meisten Fragebögen muss der Anteil der Vergabe vermerkt werden. In aller Regel wird dieser Teil auch zur Prämienberechnung herangezogen. Das stößt bei vielen Freiberuflern auf Missverständnis, da das beauftrage Büro eine eigene Haftpflichtversicherung vorhält und den Honorarumsatz dort auch angibt. Somit wird für das selbe Risiko 2 mal Prämie gezahlt.

Risiko und Prämie

Der vergebende Ingenieur kann mit seiner Versicherung in Verhandlung treten, dass er auf den Umsatzanteil der Vergabe eine geringere Prämie zahlt als sonst. Als durchlaufenden Posten wird es der Versicherer jedoch nicht ansehen. Das ist auch nachvollziehbar, denn jeder Anspruch wird gegenüber dem Vertragspartner geltend gemacht der z. B als Generalplaner aufgetreten ist. Der Versicherer muss sich mit diesem Anspruch auseinandersetzen. Es entstehen also Kosten. Im schlimmsten Fall kann der Versicherer auch keine Regressforderung vom Subplaner verlangen, da das Büro nicht mehr existiert oder keinen gültigen Haftpflichtvertrag (keine Prämie gezahlt, falsches Bedingungswerk) hatte. Der Versicherer steht also für die Vergabeleistung im Risiko und muss dafür Prämie verlangen!

Folgende Punkte sollten Sie klären, wenn Sie Leistungen an Dritte vergeben:

  • Wenn Sie als Generalplaner auftreten, sollte dass auch in Ihrer Police vermerkt sein. Ein Architekt der z. B. eine Leistung im Maschinenbau vergibt, die zu einem Schaden führt, kann schlecht behaupten dass der Maschinenbau zum Leistungsbild des Architekten gehört.
  • Klären Sie im Vorfeld mit Ihrem Versicherer, wie sich der Anteil der Vergabe auf die Prämienberechnung auswirken wird.
  • Lassen Sie sich die Versicherungspolice und die BBR des Subplaners zeigen. Eine Bestätigung darüber, ob die Versicherungsprämie bezahlt wurde, schadet auch nicht.
  • Bei großen Bauvorhaben kann ggf. eine Objektversicherung abgeschlossen werden. Der Umsatzanteil des Projektes wird dann über den Objektvertrag abgerechnet und muss nicht bei der eigenen Haftpflicht angegeben werden

Ihr Ansprechpartner

HDI Hauptvertretung

Daniel Mauss

Turmweg 8 A
99438 Bad Berka

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