Pensionslasten
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Wie Auslagerung Räume schaffen kann

Pensionslasten: Bilanzen in der Krise – was tun? Die Zinsschmelze lässt die Pensionsrückstellungen vieler Unternehmen dramatisch steigen. Wie die Auslagerung von Pensionslasten finanziellen Freiraum schaffen kann.

Die Zinsprognose zur handelsbilanziellen Bewertung von Pensionsrückstellungen hat sich aufgrund des verschärften Kapitalmarktumfeldes gegenüber den Vorjahren nochmals deutlich verschlechtert. Nach den Regeln des Bilanzmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wird bei der Bewertung von Pensionszusagen der Durchschnittszinssatz hochklassiger Unternehmensanleihen der vergangenen 10 Jahre berücksichtigt. Nach aktuellen Hochrechnungen wird der maßgebliche Zins für die Bewertung von Pensionsrückstellungen bis 2021 auf circa 2,54 Prozent absinken.

 

Politischer Eingriff – schwache Wirkung in der Praxis Zwar hat der Gesetzgeber aktuell versucht, den Bewertungszins durch eine Verlängerung des Zeitraumes von sieben auf zehn Jahre zu senken. Doch letztlich wird der Zins dadurch bis zum Jahr 2021 von 2,28 % lediglich auf rund 2,54 % abgefedert. Zudem beinhaltet die gesetzliche Neuregelung zwei weitere Wermutstropfen: Die Unternehmen müssen eine Doppelbewertung ihrer Verpflichtungen und eine Ausschüttungssperre hinnehmen. Die Konsequenz: Es ergibt sich auch nach der geplanten Gesetzesänderung ein Sinkflug für den Bewertungszins. Die Pensionsrückstellungen werden mittelfristig um durchschnittlich 40 Prozent außerordentlich ansteigen. Die Steuerbilanz hingegen bleibt von der handelsrechtlichen Bewertung weiterhin unberührt. Im Ergebnis erreichen viele Unternehmen mittelfristig ihre Belastungsgrenze. Doch nur selten wurde bislang über nachhaltige Lösungsszenarien nachgedacht.

 

Schlechte Kennziffern – kein Kredit und keine Unternehmensnachfolge

Die Handelsbilanz als Aushängeschild des Unternehmens, Bemessungsgrundlage für Ausschüttungen und auch Bonitätsnachweis zur Kreditbeschaffung droht in vielen Fällen zu kollabieren. Bilanzielle Kennziffern verschlechtern sich und führen zu handfesten operativen Problemen. Die verschärften Kreditvergaberichtlinien nach Basel II werten Rückstellungen ohne geeignetes Deckungsvermögen als deutliches Manko. Auch beim Verkauf oder bei Fusion des Unternehmens kann es zu Schwierigkeiten kommen. Ungedeckte, hohe Pensionsverpflichtungen gelten bekanntlich als „Investorenschreck“. Der Druck hoher Pensionslasten zwang bereits erste mittelständische Unternehmen in die Insolvenz.

 

Radar aktivieren - rechtzeitig planen und handeln

Unternehmen mit bestehenden Leistungszusagen alter Bauart sollten zeitnah eine Prognose für die Entwicklung der Pensionsrückstellungen anfordern. In Abhängigkeit der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der konkreten Unternehmensziele sind die möglichen Handlungsszenarien zu prüfen. In vielen Fällen bietet die Auslagerung der bestehenden Pensionslasten auf einen kapitalmarktorientierten Pensionsfonds die geeignete Lösung. Auf diesem Weg können sowohl die Steuer- als auch die Handelsbilanz von Rückstellungen befreit werden. Und auch der Versorgungsberechtigte kann von der Auslagerung auf einen externen Pensionsfonds profitieren: Die Zusage wird unabhängig vom Unternehmenserfolg und ein zusätzlicher Schuldner tritt in die Verpflichtung ein.

 

Gut geplant, lässt sich eine Auslagerung von Versorgungsverpflichtungen sogar ergebnisneutral realisieren. Im Ergebnis können so kurzfristig betriebswirtschaftliche Kenngrößen positiv beeinflusst werden, um unternehmerische Handlungsspielräume zurückzugewinnen. Professionell begleitet, eröffnen sich dem Unternehmen auch Ansätze, die die Liquidität schonen oder sogar vollständig kreditfinanziert abgewickelt werden können.

Orientierungshilfe gefragt

HDI verfügt über Expertise und Erfahrung, um Analysen und Prozesse zur Auslagerung und Neuordnung von Versorgungsverpflichtungen umfassend begleiten zu können. Als Spezialist für die kapitalmarktorientierte Auslagerung begleitet HDI den gesamten Prozess und unterstützt mit vielfältigen Services. Für weitere Informationen und Beratungsgespräche stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Christel Mayer, HDI Fachcenter bAV